Die Aarauer-Pontoniere auf der Elbe
Fernfahrt 2026 von Bad Schandau bis Wittenberg

Nach einer dreijährigen Pause nahmen 21 Kameraden wieder Kurs in Richtung einer Fernfahrt. Ziel der diesjährigen Reise ist die Elbe im Osten von Deutschland. Damit am Samstag die Fahrt beginnen konnte, musste sich eine kleine Delegation von vier Personen bereits am Freitag auf den Weg machen, damit die Schiffe rechtzeitig am Einschiffungsort in Bad Schandau sind.

Samstag, 4. Juli: Anreise über die Schienen

Frühmorgens besammelten sich die übrigen Teilnehmer am Bahnhof Aarau. Via Basel, Frankfurt am Main und Dresden reisten wir nach Pirna. Nach der langen Zugreise und einem kurzen Fussmarsch zum ersten Hotel wurden die 21 Teilnehmer das erste Mal miteinander vereint. Während des Abendessens wurde die erste Etappe vorbesprochen.

Sonntag, 5. Juli: Bad Schandau bis Pirna

Der erste Morgen beginnt mit einem reichhaltigen Frühstück und einer Verschiebung mit dem Kleinbus sowie dem Schiffsanhänger von Pirna nach Bad Schandau. Dort angekommen wurden die Schiffe abgeladen, ausgerüstet und eingewassert. Auf dieser Etappe von 21 km gab es einen Mittagshalt in der wunderschönen sächsischen Schweiz. Hier wurde der Basteiaussichtspunkt sowie die Basteibrücke erklommen. Nach dem Mittagshalt ging es weiter nach Pirna in unser bekanntes Hotel zurück.

Montag, 6. Juli: Pirna bis Dresden


Nach zwei Nächten im Hotel Elbparadies in Pirna war es an der Zeit die Koffer zu packen und in den Bus zu verladen. Die zweite Etappe stand an. In den nächsten 25 km gab es viele Begegnungen mit der sächsischen Dampfschifffahrtsgesellschaft, die in Dresden einen ihrer grösseren Häfen hat. Beim Schloss Pillnitz war ein Mittagshalt geplant, da jedoch die Gaststätte noch nicht geöffnet war, ging es nach einem kurzen Fotostopp weiter elbabwärts.

Am Ende der Ortschaft Kleinzschachwitz gab es dann doch noch einen Mittagshalt in der «Feuchten Kurve». Ebenfalls konnte an einem nahegelegenen Aldi der Reiseproviant wieder aufgefüllt/ -getankt werden. Frisch gestärkt ging die Fahrt weiter Richtung Dresden. Mit etwas Regen und reichlich Gegenwind kamen wir am späteren Nachmittag alle wohlauf in Dresden an. Nach dem Bezug unseres neuen Hotels in Dresden ging es auch schon in die Altstadt für einen letzten Zwischenstopp, bevor wir alle gemeinsam im Pulverturm direkt neben der Frauenkirche ein klassisch sächsisches Abendessen genossen.

Doch wie kam eigentlich unser Bus jeweils von A nach B. Jeden Abend beim Nachtessen wurde ein Fahrtrupp aus zwei Personen ausgesucht, die anstelle des Schiffs den Bus für die jeweilige Etappe nahmen. Diese Zweierdelegation genossen jeweils ein Alternativproramm. So war dies an diesem Tag ein Besuch im Verkehrsmuseum von Dresden.

Dienstag, 7. Juli: Tag in Dresden


Am vierten Tag gab es eine Pause vom Rudern und wir verbrachten den Tag in Dresden. Am Morgen gab es eine Stadtführung. Diese begann bei der bekannten und symbolträchtigen Frauenkirche. Uns wurde viel über die Geschichte von Dresen vermittelt und mit unserem sehr authentischen Reiseguide kamen die Lebensverhältnisse von damals hautnahe rüber. Nach einem Spaziergang durch die Münzgasse kamen wir auf der «Brühlschen Terrasse» an. Dort wurde uns viel über die Elbe und ihren Einfluss auf die Stadt Dresen erzählt. Der nächste Stopp war der Fürstenzug. Dies ist das längste Porzellanmosaik, in welchem alle sächsischen Herrscher verewigt wurden.

Nach dieser eindrücklichen Sehenswürdigkeit ging es weiter via Semperoper zum Dresden Zwinger. Nach einem Abstecher zum Altmarkt war unsere Tour wieder auf dem Neumarkt neben der Frauenkirche vorbei. Nach diesem sehr informativen Morgen gab es ein individuelles Mittagproramm. Hier gab es jene, die in der Altstadt den Nachmittag verbrachten und andere, welche die Elbe schon etwas vermissten. Daher ging es mit der sächsischen Dampfschifffahrtsgesellschaft elbaufwärts bis zur Brücke «Blaues Wunder». Angeblich gab es an diesem Ort zwei sehenswerte Biergärten, die natürlich getestet werden mussten. Nach dem individuellen Part gab es erneut ein gemeinsames Abendessen in Dresden. Diesmal war es jedoch italienisch angehaucht. Nach der Rückreise ins Hotel ging der Abend für einige noch bis in die Verlängerung und ins Penaltyschiessen der Schweizer Fussballnationalmannschaft, die den Einzug ins Virtelfinale geschafft hatte.

Mittwoch, 8. Juli: Dresden bis Meissen


Nach einer erfolgreichen Nacht und einer Stärkung im Hotel verliessen wir Dresen wieder. Auf dieser Etappe waren 24 km vorgesehen bis nach Meissen. Nach etwas mehr als der Hälfte der heutigen Tour landeten wir an einem Mittagsstopp. Nach diesem Selbstbediener ging es ohne Pause weiter nach Meissen. Die Boote wurden beim Pier des Meissner Ruderclubs angebunden und auf die Nacht vorbereitet. An diesem Ort war auch «Benny the Bus» beheimatet. Dies ist ein alter Londoner Bus, der zurechtgemacht wurde und nun als Eisdiele fungiert.

In Meissen angekommen ging es ans Einchecken im Hotel und anschliessend an die Erkundung der Stadt. Der individuelle Stadtrundgang der Kameraden endete bei allen auf dem Marktplatz. Dort haben wir im Ratskeller gemeinsam Abend gegessen.

Donnerstag, 9. Juli: Meissen nach Riesa

Auf der drittletzten Etappe standen 26 km von Meissen nach Riesa auf dem Programm. Der Mittagshalt in Hirschstein hielt mehr für uns bereit als nur das geplante Essen in einem Fischrestaurant. Als wir auf unser Essen im Biergarten des Restaurants warteten, kam ein überraschender Besuch der Burgherrin vom Schloss Hirschstein auf uns zu. Diese setzte sich lokal für mehr Schifffahrt ein und war sehr überrascht, als sie drei Boote am Ufer sah. Sie war von unserer Geschichte sowie vom Sport begeistert, als wir ihr mehr erzählt hatten. Sie lud uns auf eine spontane Schlosstour ein, die wir gerne annahmen. So ging unser Mittagshalt anstelle von ca. 1 h neu 2,5 h. So erfuhren wir viel über das Schloss und die lokale Geschichte. Nach diesem ausgiebigen Halt ging es für uns weiter Richtung Riesa. Dort angekommen konnten wir uns für die kommende Königsetappe vorbereiten. In Riesa angekommen ging es Richtung Hotel und wir feierten den 60. Geburtstag eines Kollegen, der sich entschieden hat, seinen runden Geburtstag mit seinen Kameraden im Ausland zu Feier.

Freitag, 10. Juli: Riesa nach Pretzsch

Von Riesa nach Pretzsch sind es ca. 76 km. Dies war die besagte Königsetappe unserer Fernfahrt. Es war nicht sicher, ob wir diese Etappe komplett fahren könnten oder ob wir unsere Ziele zu hoch gesteckt hatten und die Fernfahrt einkürzen müssten. An diesem Tag herrschten perfekte Wetterbedingungen und kaum Wind. Aus diesen beiden Gründen und einem kurzen Mittagshalt, der aus einem Picknick bestand, kamen wir besser voran als zuvor erwartet. Als wir nach 41 km beim Ruderverein Torgau ankamen, musste eine Entscheidung gefällt werden. Entweder wir verkürzen die Fernfahrt und wir fahren anstelle von Wittenberg nur bis Pretzsch oder wir beenden die komplette Strecke. Es wurde beschlossen, dass wir uns nach 41 km nicht geschlagen geben und es ging weiter bis zur Fähre Dommitzsch, die noch ca. 17 km weiter lag. Somit wurde die Königsetappe von 76 km nicht komplett beendet, jedoch stolze 58 km wurden an diesem Tag zurückgelegt.

Samstag, 11. Juli: Pretzsch bis Wittenberg

Aufgrund der verkürzten Königsetappe wurde die letzte Etappe auf Wittenberg von 29 km auf 47 km verlängert. Die Entschlossenheit sowie ein erneuter perfekter Tag halfen uns, diese letzte Etappe zu meistern. Somit konnten wir unsere Fernfahrt dennoch über die gesamte Strecke vollenden. Mit der Hilfe des Krans des Runderclubs Wittenberg konnte das Auswassern der Schiffe mühelos vonstattengehen. In Wittenberg gab es eine Rundführung durch die Stadt. Diese wurde von einem unserer Kameraden geleitet, der sich mit der Stadt und der Geschichte von Martin Luther auskannte. Der letzte Abend wurde anschliessend mit einem Abendessen und einem anschliessenden letzten Trinkstopp gebührend gefeiert.

Sonntag, 12. Juli: Rückreise mit dem Zug

Nach den insgesamt 200 km von Bad Schandau nach Wittenberg ging es für uns auf die Heimreise. Diese verlief wie die Hinreise auf den Schienen. Mit kleineren DB-Komplikationen kamen bis auf unsere Fahrerdelegation, die am Montag in Aarau eintrafen, alle heil und munter in Aarau an und können auf eine erfolgreiche Fernfahrt, sowie viele grossartige Momente zurückschauen.